Versteckt im Innenhof eines Gebäudekomplexes im 9. Wiener Gemeindebezirk liegt der Jüdische Friedhof Seegasse – der älteste erhaltene jüdische Friedhof Österreichs und eines der bedeutendsten kulturhistorischen Denkmäler Wiens.
Der Friedhof wurde Mitte des 16. Jahrhunderts angelegt und diente der jüdischen Gemeinde bis 1783 als Begräbnisstätte. Hier fanden bedeutende Rabbiner, Gelehrte, Kaufleute und Hofbankiers ihre letzte Ruhestätte, darunter Persönlichkeiten wie Samuel Oppenheimer und Samson Wertheimer, die das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Habsburgermonarchie wesentlich mitprägten.
Heute vermittelt der Friedhof mit seinen historischen Grabsteinen, den hebräischen Inschriften und seiner ruhigen Atmosphäre einen eindrucksvollen Einblick in mehr als zwei Jahrhunderte jüdischen Lebens in Wien. Er ist ein Ort des Gedenkens, ein bedeutendes Kulturdenkmal und ein Symbol für die Bewahrung des jüdischen Erbes der Stadt.
