Wiener Biere – mehr als nur ein Hopfen-Malz-Gemisch

Aktualisiert: 16. Okt.

Bier und Wien – das ist ein unzertrennliches Paar. Das golden-prickelnde Hopfengetränk wird hier schon seit Jahrhunderten genossen. Zugleich ist Wien eine der Städte, in denen Bier nicht nur getrunken, sondern auch gleichzeitig gebraut wird. Rund um das Thema Bier gibt es in Wien also einiges zu entdecken und noch mehr zu verkosten. Welche Wiener Biere du unbedingt probieren musst, wie Wiener ihre Biere umgangssprachlich bezeichnen und warum Wiener Biere mehr als nur ein Hopfen-Malz-Gemisch sind erfährst du in diesem Blogartikel.


Wiener Bierverkostung

Die gängigsten Wiener Biere

Zu den bekanntesten Wiener Biere zählen mitsicher Ottakringer und Siebensternbräu.


Die Ottakringer Brauerei ist die älteste Brauerei Wiens und wurde 1837 unter dem Namen Planksche Brauerei eröffnet. Sie befindet sich im 16. Wiener Bezirk (Ottakring) und beschäftigt rund 180 Mitarbeiter.

Gebraut werden jährlich ca. 427.000 Hektoliter Wiener Biere und es gibt über 15 Wiener Biersorten. Neben den Wiener Bier – Klassikern wie: Dunkles/helles Bier, Pils und Zwickel, findet man auch einige Exoten auf der Getränkekarte und zwar aus dem Sortiment der eigenen Kreativbrauerei. Sunbeam, Hellberry und Native Tongue sind 3 davon um einige zu nennen.


Das Siebensternbräu wurde 1994 gegründet. Seinen Namen hat es von dem Siebensternviertel, in dem es zentral gelegen ist. Es gibt eine überschaubare, aber sehr köstliche Auswahl an frischen Wiener Bieren. Für den Brauvorgang wird ausschließlich Wasser aus Wien verwendet und alle Wiener Biere sind naturbelassen. Auch hier findet man neben den Wiener Bier – Klassikern eine Auswahl an Raritäten wie das Chilibier oder auch das Hanfbier.


Insider Tipp: Der wunderschöne Gastgarten ist ein echtes Highlight. Hier können im traditionellen Ambiente alle diversen Wiener-Biersorten probiert werden. Wer weniger Zeit mit sich bringt, hat die Möglichkeit sich sein Wiener Bier auch to go am Automaten direkt beim Eingang runter zu lassen und kann es somit unterwegs genießen.


Wiener Biere gebraut in Kleinbrauereien

Neben den oben genannten Platzhirschen machen sich auch kleine Hausbrauereien einen Namen. Zwei nennenswerte Wiener Bierhersteller möchten wir euch jetzt vorstellen.


Die Rodauner Biermanufaktur ist ein Hausbrauer seit Mitte der 1990er Jahre und befindet sich in Liesing (23. Bezirk). Zu Beginn wurden die Wiener Biere in großen Kochtöpfen einige Male pro Jahr ca. 20 Liter gebraut.


Nach dem Brauen im Keller in Rodaun und der Entwicklung weiterer ganz persönlicher Rezepte startete der Inhaber im Jahr 2016 mit der Rodauner-Biermanufaktur. Neben dem ausgezeichneten Geschmack findet sich eine besonders kreative Namensgebung derWiener Biere auf der Getränkekarte. Das Wiener Lager nennt sich z.B. „Strizzi“, das Smoked Ale „Gselchter“ und das Wiener Spezial Bier „Gigerl“.


Wiener Bier - Strizzi

Die Wiener Biere können in verschiedenen Restaurants/Bars oder auch am Naschmarkt probiert werden.


Kommen wir zur zweiten nennenswerten Kleinbrauerei.


Der Belgier ist echtes belgisches Bier gebraut in Wien - für uns ein echtes „Wien mal anders“ - Bier. Die Geschichte des Wiener Biers begann im Jahr 2009, als sich ein Belgier in die Stadt Wien verliebte. Sein anfängliches Hobby entwickelte sich schnell zu einer raumgreifenden Leidenschaft. Es wurde vielfach experimentiert bis zum heutigen Endprodukt – „der Belgier“.


Wiener Bier - Der Belgier

Auch diese Wiener Biere können sowohl im Online Shop als auch in verschiedenen Restaurants und Bars verkostet werden.


Insider Tipp: Für alle die etwas mehr wollen oder auf der Suche nach einem besonderen Geschenk sind – bei unserem Erlebnis Wiener Bierverkostung - vom "Strizzi bis zum Belgier" erfährt ihr alles über die Wiener Biere und deren Unterschiede während einer Verkostung angeleitet von einem lokalen Bierexperten.


Wiener Bierverkostung

Wiener Biere im Dialekt

Das 16er-Blech

Am Wiener Würstelstand hört man gerne auf wienerisch Bestellungen wie: „A Eitrige, an Bugl und a 16er-Blech“ . Was soviel bedeutet wie: „Eine Käsekrainer, ein Brotendstück (umgangssprachlich auch Scherzel genannt) und eine Dose Ottakringer Bier“ verwendet. 16 steht für den 16. Wiener Bezirk (Ottakring) und Blech für das Dosenmaterial.


Fun fact: Ab 2007 hatte die Firma Ottakringer für einige Jahre eine Dosenbier-Marke namens „16er Blech“ im Sortiment.


Hüsn

Hüsn heißt soviel wie Bierdose. Diesen Begriff hört man gerne im Satz –„Heast Oida, reib ma a hüsn uma.“ für „Mein Freund, kannst du mir bitte eine Bierdose rüber reichen.“


Hansl

Der letzte Schluck im Bierglas heißt auf wienerisch „Hansl“. Meistens ist der Hansl schon warm, abgestanden und nicht besonders beliebt.


Weitere umgangssprachliche Begriffe für Biere in Wien:

  • Pfiff - Ein Achtel Bier

  • Seidl - 0,3 Liter Bier

  • Krügerl - 0,5 Liter Bier

Fazit: Egal ob hell, dunkel, mit Chili oder mit Kirsche Wiener, aus dem Automaten, im Restaurant oder bei einer Verkostung - Wiener Biere haben einiges zu bieten und können zum wahren „Wien mal anders Erlebnis“ werden.

86 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen